Im letzten Newsletter-Mailing stieß der Beitrag zum Ressourcenkarussell auf ein reges Interesse. Dabei stellten sich u.a. Fragen, welche Projektvorhaben sich generell eignen und ob es bei Projektumsetzung auch Förderungen geben kann. Herr DI Dr. Kundu verrät, wobei es sich beim Ressourcenkarussell handelt und v.a. welche Unternehmen davon profitieren können:

Frage 1: Nach unserem Mailing gingen viele Fragen ein, was konkret das Ressourcenkarussell ist. Können Sie uns kurz erläutern, was genau damit gemeint ist? 

Unter dem Begriff Ressourcenkarussell verstehen wir unsere Beratung und Unterstützung für produzierende Unternehmen im Abfall- und Ressourcenmanagement. Wir werfen einen genauen Blick auf vorhandene Reststoffe und die aktuelle Verwertung. Dann vertiefen wir uns in die Optimierung und machen entsprechende Vorschläge. Wir suchen geeignetere Verwertungsmöglichkeiten, die Gewinnung von Sekundärrohstoffen, Kreislaufpotentiale, u.s.w. Die Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen resultiert fast immer in einer Reduktion der Entsorgungsgebühren, einer gestiegenen Ressourceneffizienz und damit einhergehend, einer größeren Nachhaltigkeit.

Frage 2: Abfälle/Produktionsrückstände usw. können auch wertvolle Rohstoffe sein – gibt es diesbezüglich in den Unternehmen ein Umdenken?

Ja, das Umdenken findet bereits statt. Vielerorts werden Reststoffe nicht mehr nur als reine Abfälle gesehen, sondern immer mehr als potentielle Wertstoffquelle. Wenn diese dann nicht immer für den eigenen Gebrauch geeignet sind, dann kann es durchaus sein, dass ein anderes Unternehmen – ein anderer Industriezweig, Bedarf an derartigen Ressourcen hat. Und das derzeitige, schwierige wirtschaftliche Umfeld: explodierende Energie- und Rohstoffpreise bedingt durch die prekäre geopolitische Lage, beschleunigt dieses Umdenken. Denn die effiziente Nutzung aller vorhandenen Roh- und Reststoffe trägt auch zur Versorgungssicherheit bei.

Frage 3: Wie kann man sich als Unternehmer/Unternehmerin eine Zusammenarbeit mit dem Ressourcenkarussell vorstellen?

Gemeinsam mit dem Unternehmen evaluieren wir zuerst den aktuellen Stand des Reststoffmanagements: welche Substanzen, anfallende Mengen, was passiert jetzt damit, wie sieht die Kostenstruktur hierfür aus. In einem zweiten Schritt prüfen wir ob bestimmte Substanzen aus den Reststoffströmen als Sekundärrohstoff, wirtschaftlich sinnvoll und mit vertretbarem Aufwand gewonnen werden können. Oder, welche Schritte gesetzt werden können, damit dies ermöglicht wird.

In einem weiteren Schritt erarbeiten wir entsprechende Maßnahmen und schlagen diese dem Unternehmen vor. Diese vorgeschlagenen Maßnahmen erstrecken sich von optimierten Entsorgungswegen und einem angepassten Sammelsystem bis hin zur Wiedergewinnung von Wertstoffen. Bei Bedarf übernehmen wir auch das Tech-Scouting, begleiten die Umsetzung und finden Abnehmer für Sekundärrohstoffe. Wenn nötig, entwickeln wir in unserem Labor auch rasch umsetzbare Prozesse um an vorhandene Wertstoffe in Reststoffen zu kommen. Neben all den technologischen und Nachhaltigkeits-Aspekten wird natürlich auch die Wirtschaftlichkeit immer im Auge behalten.

Frage 4: Sollte ein Potenzial identifiziert werden und es zu einer Zusammenarbeit kommen – wie sieht es mit einer möglichen Förderung aus?

Gerade bei Maßnahmen die zur Steigerung der Nachhaltigkeit und der Ressourceneffizienz beitragen, gibt es gute öffentliche Förderprogramme. Dazu zählen glücklicher Weise auch erforderliche Umbauarbeiten. Hier arbeiten wir natürlich gerne mit Euch, den Spezialisten von First West zusammen, da hier erstklassiges Knowhow von der Antragstellung bis zur kompletten Abwicklung konzentriert ist.

Frage 5: Können Sie uns ein konkretes Projektbeispiel nennen, das gerade umgesetzt wird?

Tatsächlich optimieren wir derzeit mit dem Recyclingunternehmen PET to PET Recycling Österreich GmbH einige Reststoffströme. Es geht hier um die Gewinnung von Sekundärrohstoffen und damit gleichzeitig um eine Reduktion der zu entsorgenden Gesamtmenge.

Zur Person:
DI Dr. Amitava Kundu ist Gründer und Geschäftsführer der ab&cd innovations GmbH, einem Unternehmen, dass sich auf die Beratung beim Reststoff- und Entsorgungsmanagement sowie auf Technologie-Scouting spezialisiert hat. Neben einer langjährigen erfolgreichen universitären Karriere ist er auch Träger zahlreicher Auszeichnungen, wie dem Energy Globe Award (2014), dem Wiener Umweltpreis (2013) und ist zudem Gewinner des Sonderpreises „Start-Up Ressourceneffizienz“ des Staatspreises für Umwelt- und Energietechnologien (2012).

Für weitere Informationen zum Ressourcenkarussell (www.ressourcenkarussell.at), wenden Sie sich direkt an office@ressourcenkarussell.at oder telefonisch an +43 650 511 61 17 (Herr DI Dr. Kundu)